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Muttergebundene Kälberaufzucht

Für die Arbeitsqualität unserer Mitmenschen, für das Genusserlebnis unserer Produkte mit reinem Gewissen, aber insbesondere für die Tiere selbst, sehen wir unsere Kälberaufzucht als einen der zentralen Mehrwerte unseres Betriebes.

Ein einblick in die Muttergebundene Kälberaufzucht auf Rieckens Eichhof

Drei Monate lang bekommen die Kälber auf dem Eichhof Milch direkt aus dem Euter ihrer leiblichen Mütter. Das sind drei Monate länger als normalerweise. Es ist gängige Praxis, auch auf ökologischen Betrieben, dass die Tiere spätestens 24 Stunden nach der Geburt voneinander getrennt werden.


Seit 2021 setzen wir mit unserem Weg der muttergebundenen Kälberaufzucht Zeichen für weniger Kompromisse in der Milchrinderhaltung und schaffen so essentielle Verbesserungen des Wohls unserer Tiere.

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Die ersten sechs Lebenswochen

Die ersten sechs Lebenswochen verbringen die Kälber mit ihren Müttern auf der Weide unter heranwachsenden Obstbäumen oder im Stroh der geräumigen Stallungen. Lediglich zum Melken muss die Mama ihr Kalb für einige Minuten aus den Augen lassen. Währenddessen toben die Kleinen oft ausgelassen herum unter den wachsamen Augen unserer Omakuh Lena. Das Euter einer Kuh produziert deutlich mehr Milch, als ein Kalb trinken könnte, was mit der Zucht der Milchrinderrassen unterstützt wurde. 

Die Mutterkühe kümmern sich hingebungsvoll um ihre Kälber und nehmen uns so wertvolle Arbeit ab. Sie können das logischerweise eh viel besser als wir. Schnell erlernt das Kalb nachahmend auch Silage oder Gras zu fressen und wie es sich im Kontakt mit ranghöheren Tieren zu verhalten hat.

Der Absetzprozess

Ursprünglich ist es von der Natur so gedacht, dass ein Kalb bis zu zehn Monate am Euter der Mama „säuft“ (ist tatsächlich der Fachbegriff für das Trinken des Kalbes). Zum Ende der Tränkezeit verweigert die Mutter dem Kalb ihr Euter mit Tritten und Weglaufen, wodurch das Tier letztendlich abgesetzt wird. Diesem natürlichen, eher rauen Absetzprozess kommen wir etwas zuvor. Bei aller Priorisierung des Tierwohls müssen wir unsere Wirtschaftlichkeit wahren. Um den Absetzprozess so schonend wie möglich zu gestalten, haben wir ein dreistufiges Modell entwickelt, das auf unserem Betrieb am besten umsetzbar ist.

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Halbtagsmütter

Zunächst wird das Kalb in den so genannten Halbtagskälberstall zu anderen Kälbern im ähnlichen Alter gebracht. Hier lernt es zum ersten Mal von der Mama getrennt zu sein. Zweimal täglich treffen sich Mutter und Kalb während der Melkzeiten in einem gesonderten Bereich, sodass die Mama sich um die Körperpflege kümmern kann und das Kalb die nötige Milch aufnimmt, die es zum Gedeihen benötigt. Währenddessen werden die anderen Kühe gemolken. Am Ende der Melkzeit gehen dann auch die „Halbtagsmütter“ durch den Melkstand, werden von uns kontrolliert und ggf. leer gemolken (die Kälber bevorzugen meist einzelne Euterviertel), bevor die Mutter wieder zurück in die Kuhherde geht. Das Kalb kommt anschließend zu seiner Herde zurück in die Strohbox. 

Die Ammenkuh

So vergehen weitere sechs Wochen. Je nach Zustand des Kalbes und der Mutter gestaltet sich der nächste Schritt im Absetzprozess etwas individueller. Besonders starke und pummelige Kälber werden auch schon mal ein wenig früher von der Mutter entwöhnt. Kleinere dürfen ein wenig länger bei der leiblichen Mutter saufen. Aber ungefähr im Alter von nun also drei Monaten darf die Mutter nicht mehr zu ihrem Kalb in den Bereich, wo die anderen Halbtagskälber und deren Mütter sich während der Melkzeit aufhalten. Da aber immer jüngere Kälber vorhanden sind, deren Mütter auch andere Kälber neben ihren eigenen umsorgen, kann das nun schon stattlich Herangewachsene die Milch bei einer anderen Mutter bekommen. Für etwa zwei Wochen wird so die ein- oder andere Mutter zur Amme, während sie zudem ihr eigenes Kalb noch tränkt.

 

Das größere Kalb hat nun zu lernen, ohne die eigene Mutter zurecht zu kommen, muss dabei aber nicht zeitgleich auf seine Milch verzichten. So wird der Trennungsschmerz für das Kalb stark gemindert.

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Von Muttermilch zu pflanzlichem Futter

Die Mutter, die weiterhin die Nähe zum Kalb sucht, hat durch eine Luke zum Treffbereich die Möglichkeit, ihr Kalb abzuschlecken und zu liebkosen. So wird auch auf ihrer Seite die Trennung erleichtert. Manchen Tieren fällt dieser Schritt relativ leicht und einige wollen auch gar nicht mehr zu den mittlerweile ziemlich großen Kälbern, die oft sehr rabiat ihre Milch einfordern. Andere tun sich schwerer und dürfen noch einige Tage länger zumindest einmal am Tag mit ihren Kälbern zusammenkommen, bis auch sie sich mit der räumlichen Trennung arrangieren können.

 

Nach dieser Zeit werden die Kälber schließlich auch schonend und im individuellen Prozess von der Milch entwöhnt. Von nun an bezieht das Kalb seine komplette Kraft zum Gedeihen aus pflanzlichem Futter, dass den höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. 

Trennungsschmerz

Dadurch, dass Mutterkuh und Kalb eine soziale Bindung zueinander aufbauen und viel Zeit miteinander verbringen, ist der Absetzprozess mit einem größeren Trennungsschmerz verbunden, als wir es von der „restriktiven Tränke“ (Kalb wird mit dem Eimer aufgezogen und bekommt zweimal am Tag eine flüssige Mahlzeit) mit einer Trennung von Kuh und Kalb nach 24 Stunden kennen. Dennoch sehen wir das Tierwohl stark positiv beeinflusst dadurch, dass die Tiere viel Zeit zu zweit im Herdenband verbringen, die Kälber von Geburt an mit auf der Weide unterwegs sind, nach Lust und Laune herumtollen können und prächtig gedeihen.

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Mehrwert

Unsere Arbeit selbst erfuhr durch die Umstellung auf die muttergebundene Aufzucht auch einen deutlichen Mehrwert. Wenn wir früher damit beschäftigt waren, schwere Milcheimer zu schleppen, Eimer und Kälberhütten zu reinigen und desinfizieren, sowie bedürftige, deutlich häufiger kranke Kälber pflegen mussten, schauen wir heute den Mamas bei der Arbeit zu, freuen uns über die wundervollen Bilder auf der Weide und lachen über die Luftsprünge, die die Kälber bei ihren Flitzereien als Ausdruck der Lebensfreude machen. Das sanfte, tiefe Brummen, mit dem die Mutterkühe die Bindung zu ihrem Kalb ausdrücken, gehört für uns zu den schönsten Geräuschen auf unserem Hof. 

Bedeutung für uns

Wenngleich der Betrieb seit der Umstellung sehr viel Geld und Zeit einsparen konnte, dadurch dass der Tierarzt weniger häufig wegen der Kälber kommen muss, bilanzieren wir das Modell der Kälberaufzucht als teurer. Die Zeit verbringen wir nun mit der Logistik der einzelnen Tiere, der Anpassung unserer Stallungen an die neuen Bedingungen und den individuellen Abstufungen im Absetzprozess. Zudem nehmen die Kälber deutlich mehr Milch auf. Milch, die an anderer Stelle verkauft werden könnte. So ist der Betriebszweig der Kälberaufzucht mit Abstand das unlukrativste Geschäft auf Seiten der Rinderhaltung und muss durch andere Bereiche kompensiert werden. Wir kalkulieren mit einem Verlust von etwa 300 €/Kalb verglichen mit anderen Tränkeverfahren.

Unterm Strich verliert der Eichhof an Finanzkraft und weniger Menschen haben die Möglichkeit unsere Köstlichkeiten zu konsumieren. Auf der anderen Seite gewinnen wir großartige Bilder einer zukunftsfähigen Tierhaltung, gesunde und meist glückliche Tiere und so die für uns schöne Art und Weise, wie wir gemeinsam mit den Rindern leben und arbeiten können und wollen.


Das ist es uns wert!

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