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agroforst
Die Integration von Bäumen in Ackerkulturen.
Landwirtschaft der Zukunft
Wir stellen uns oft die Frage, wie wir die fundamentalsten Probleme unserer Zeit lösen können: Wie bremsen wir den Klimawandel? Und wie ernähren wir eine wachsende Weltbevölkerung?
Für uns liegt die entscheidende Antwort im Agroforstsystem. Wir bringen Bäume, Sträucher und Gehölze bewusst in unsere Acker- und Weideflächen zurück und schaffen so komplett neu gedachte Agrar-Ökosysteme der Zukunft.

Was ist Agroforst?
Der Begriff beschreibt Landnutzungssysteme, in denen Bäume gezielt mit Ackerkulturen (Silvoarable Systeme), mit Tierhaltung (Silvopastorale Systeme) oder allen dreien kombiniert werden. Der Schlüssel liegt in der Vorteilswirkung, die zwischen allen Komponenten entsteht.
In vielen Teilen der Welt sind diese Systeme etabliert, doch hierzulande sind sie noch Neuland. Dabei sind sie für uns das Schlüsselelement für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
Die Dürre von 2018
Unsere Entscheidung, massiv auf Agroforst zu setzen, war keine Theorie, sondern die direkte Folge eines traumatischen Erlebnisses.
Felix Riecken im Interview: „Im Jahr 2018 erlebten wir eine Dürrekatastrophe auf dem Eichhof. Wir hatten von April bis Oktober kaum Regen. Wir mussten zwölf Tiere zur Schlachtung geben, weil wir sie nicht ernähren konnten. Als es im Herbst zu regnen begann, musste ich feststellen: Das Gras neben den Knicks wurde als Erstes wieder grün.“
Diese Erfahrung war der Wendepunkt und das Schlüsselereignis. Sie öffnete uns die Augen für das Ökosystem statt für einzelne Kulturen. Inzwischen haben wir umfangreich gepflanzt: Seit 2020 haben wir stetig Bäume gepflanzt. Heute sind es bereits etwa 3.500 neue Gehölze, die den Eichhof bereichern.

Ein dreidimensionales Ökosystem
Keine andere Maßnahme gibt eine so eindrucksvolle Antwort auf die Klimafrage, ohne die Nutzbarkeit der Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln einzuschränken. Im Gegenteil: Die Integration von Bäumen macht die gesamte Fläche besser nutzbar.
Klimaschutz und Kohlenstoffbindung
Agroforstsysteme sind extrem effizient in der CO₂-Speicherung. Durch die Bäume in der Kombination mit anuellen Kulturpflanzen vergrößern wir die Photosynthesefläche im Verhältnis zur Grundfläche. Die Bäume können weit oben über den Kulturpflanzen Sonnenenergie aufnehmen. So profilieren wir die Photosynthesefläche ins 3-Dimensionale. Studien bestätigen allein damit Photsyntheseleistungen von Ökosystemen, die um bis zu 40% gesteigert werden. Das Land-Äquivalenz-Verhältnis ist hier das Schlüsselprinzip.
Wasser- und Hitzemanagement
Durch die Bäume schaffen wir ein Mikroklima. Sie spenden Schatten, senken die Verdunstung und helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Außerdem bremsen die Strukturen den Wind und steigern damit die Luftfeuchtigkeit im Ökosystem. Feuchtigkeit reduziert die Temperaturschwankungen und lindert den Hitzestress für Kulturpflanzen und Tiere. Außerdem fallen die Temperaturen des Nachts nicht so rasant. Die Lektion der Dürre 2018 ist hier ein anschauliches Beispiel gewesen.
Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffkreislauf
Die tiefen Baumwurzeln erreichen Nährstoffe, die für flach wurzelnde Gräser oder Ackerkulturen unerreichbar sind und sonst ins Grundwasser ausgewaschen würden. Über den herbstlichen Blattwurf werden diese Nährstoffe dann wieder dem Oberboden zugeführt und fördern dort die Bodenfruchtbarkeit.
Biodiversität und Schutz
Die Gehölze bilden ein wichtiges Habitat und Schutz für Organismen, die auf dem offenen Feld sonst keinen Lebensraum hätten.

Die Agroforstwirtschaft ist für mich der Inbegriff intakter Agrarökosysteme, da sie sich mit allen Methoden der Regenerativen Landwirtschaft kombinieren lässt. Alle Landnutzenden werden sich früher oder später mit Gehölzen auseinandersetzen müssen.
– Felix Riecken

Mehrwert und Motivation
Agroforst bedeutet für uns mehr als nur Ökologie. Es geht auch um Aufmerksamkeit. Es geht darum, einen bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln und deren Quellen zu schaffen.
Wir sind uns bewusst, dass dieser Weg zusätzliche Arbeit bedeutet – sei es Baumschnitt, Pflege oder die Planung. Aber wir nehmen den Mehraufwand in Kauf, weil wir überzeugt sind, dass die Landwirtschaft sich entwickeln muss. Wir sehen das Potenzial mehr Menschen mit sinnvoller Arbeit in paradiesischem Umfeld zu beschäftigen. Das lohnt sich nicht nur für die Menschen und ihre Gesundheit, sondern auch die Ökosysteme werden es uns danken.
Die durchdachte Reintegration von Bäumen ist für uns der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit unserer Landwirtschaft und untrennbar mit dem Gedanken der Ökosystemwirtschaft verbunden.
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